Zeitzeugen sind ein Elend

Zeitzeugen sind die Hölle – zitierte die taz schon vor einiger Zeit einen israelischen Historiker. Das soll heimlicher Konsens unter Historikern sein, informierte der Beitrag außerdem. Stimmt durchaus, denn die Historiker beschäftigen sich mit Geschichtsschreibung und da stören Zeitzeugen hin und wieder, wenn sie insistieren: „So war es, ich habe es ja erlebt oder auch umgekehrt.“

In der kürzlichen Anne-Will-Talkshow , die dem 73. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und der Frage, wie  antisemitisch Deutschland ist, gewidmet war, war   Esther Bejarano, Holocaustüberlebende, zu Gast als Zeitzeugin. Sie, die dem Tode durch das Spiel im Mädchenorchester von Auschwitz entkam, meinte, in Deutschland habe es keine Aufarbeitung der Nazivergangenheit gegeben. Mit Deutschland meinte sie natürlich Westdeutschland.

Das war hart – z. B. für Monika Grütters (CDU) – die mild lächelnd diese Behauptung ignorierte.  Frau Bejarano klagt in einem Interview, das sie vor einiger Zeit in der Rosa Luxemburg-Stiftung gegeben hat Alles ist nahtlos weitergegangen  Mir war diese Aussage von Esther Bejarano auch zu hart, denn am Ende adressiert sie diese scharfe Kritik nur an die „politische Klasse“ in Deutschland. Es gab später eine Entwicklung und es gab auch – wenngleich späte – Forschungen über Verstrickungen in Ministerien.

Der Umgang mit der Geschichte in Deutschland und mit Zeitzeugen, wurde im Gespräch mit Frau Bejarano deutlich. Sie sollte konkret erzählen über ihr Schicksal, da kann man betroffen und mitfühlend zuhören und nicken. Aber darüber reflektieren sollte sie nicht. Dafür sind die Historiker und – in diesen Zeiten – die Politiker da und manchmal auch die Psychologen.

Warum gibt es so viele

Rechte im Osten?

Die beschäftigen sich kopfschüttenld mit der Rechtsentwicklung in den neuen Bundesländern. „Wie war das möglich?“ fragen sie. Es ist eine höchst probate Methode,  die „Untertanenmentalität“  und die Zwänge der DDR verantwortlich zu machen, statt die durchaus engagierten und auch künstlerischen Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit in der DDR zu würdigen.

Es ist offensichtlich noch niemandem aufgegangen, dass der wegwerfende Umgang sowohl mit der DDR als auch ihrem Bemühen um Darstellung der faschistischen Vergangenheit ein viel plausiblerer Grund für die Rechtsentwicklung im Osten sein könnte. Sicher nicht der einzige, aber nicht zu unterschätzen.

Alles über Bord zu werfen und zu behaupten, alles am Umgang mit der Geschichte in der DDR sei verlogen und einseitig gewesen, und – Schande – der Holocaust habe in der DDR kaum eine Rolle gespielt, das hat im Osten rechte Kräfte zutiefst ermutigt und Hetze geschürt. Einseitigkeiten im Umgang mit der Nazizeit gab es im Westen genauso – nur seitenverkehrt – es waren da die Kommunisten, die nie entschädigt und deren Widerstand nicht gewürdigt wurde. Esther Bejarano verweist darauf mit Nachdruck.

Auch in der DDR war später ein differenzierter Umgang mit den verschiedenen Gruppen des Widerstandes durchaus üblich. Es  tritt da immer wieder eine enorme Selbstgerechtigkeit zu Tage. Wenn man aus dem Osten kommt und alt genug ist, um den Wechsel der Zeiten und auch der Art des Umgangs mit der Vergangenheit zu beurteilen, kann man nur zutiefst ärgerlich werden.

 

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„Die muss mal wieder richtig durchgefickt werden“ – Sexueller Missbrauch im Sport

Überall wo sich zu viel unbeobachteter Machtmissbrauch als Fürsorge und beste Absicht tarnen kann, sind sexuelle Übergriffe möglich. Nicht nur in der Kunst ist das ein Muster.

Schon geraume Zeit wird der Turnverband der USA von einem Missbrauchsskandal erschüttert. Es geht um den Sportarzt des Turnerverbandes  Larry Nassar, der inzwischen schon wegen des Besitzes pornographischen Materials mit pädosexuellem Inhalt verurteilt ist. Jetzt haben ihn Turnerinnen des mehrfachen sexuellen Missbrauchs bezichtigt. Und Nassar hat sich auch schuldig bekannt. Eine hohe Strafe wurde verhängt. Die Zeit schreibt: Im Grunde lebenslang

Larry Nassars Tun wurde – wie so oft im Sport und anderen Bereichen in denen Sieg, Gewinnen, Sponsoring und Glamour eine Rolle spielen – lange vertuscht. Schweigegeld wurde gezahlt, berichtet die NZZ.

Ein Klima der Furcht nennt die NZZ als den wesentlichen Grund

Das Frauenturnen in den USA war lange Zeit bestimmt von Bela Karolyi und seiner Frau Marta. Die Karolyis kamen in den 80er  Jahren aus Rumänien in die USA. Bela Karolyi hatte in den 70er Jahren u. a. die Turnerin Nadia Comaneci zu höchsten Sportlerehren geführt. Aber, umstritten war er schon immer.

Frauenturnen – Mädchenturnen – Kinderturnen

Das Frauenturnen wurde zum Mädchenturnen, zum Kinderturnen. Junge Dinger, leicht wie eine Feder schwangen sich auf dem Stufenbarren, flickflackten auf dem Schwebebalken und wirbelten auf der Matte. Die Karolyis führten ein Trainingszentrum im Huntsville Texas.  Das Training war hart und – wie so oft  – überschritten die Karolyis die Grenze zwischen der Härte und Konsequenz, die ein solches Training oft begleitet und brutalen grausamen Machtspielchen. Es ging darum, um jeden Preis zu gewinnen und dabei wurde auch das emotionale und körperliche Wohlbefinden der Sportlerinnen völlig missachtet, erklärte der Anwalt einer Betroffenen vor Gericht.

Dass das Trainerpaar  die Übergriffe des Sportarztes nicht bemerkt haben will, ist nicht glaubhaft. Details darüber sind widerlich und unappetitlich.

Wie immer in solchen Fällen und in solchem Umfeld deckte eine Mauer des Schweigens den Arzt. Inzwischen sind die Funktionäre des Verbandes USA-Gymnastics zurückgetreten. berichtet der Focus

„Er hat mein Leben vollkommen zerstört“

Vor zwei Jahren erschütterte ein anderer Missbrauchsskandal die USA-Sportwelt.

Hier in Beitrag in der taz

Im Herbst 2014 stand der Trainer Norm Havercroft wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Er hatte die Schwimmerin Jancy Thompson seit ihrem 11. Lebensjahr vergewaltigt. „Er hat mein Leben vollkommen zerstört“, erklärte Thompson“, die bis in die Gegenwart in Therapie ist.

Das war wie immer in solchen Fällen nur die Spitze des Eisberges. Die Anklagen weiteten sich aus auf fast 100 Beschuldigte. Und ebenfalls und wie immer in solchen Fällen wird den Betroffenen entweder unterstellt, sie melden sich zu spät und warum. Oder sie müssen sich rechtfertigen, weil sie öffentlich gemacht haben, was alle fast schon wussten. Der Chef des US-Amerikanischen Schwimmverbandes aber tat alles, um zu verschleiern, was immer mehr an die Öffentlichkeit drängte.

Das Beispiel Karel Fajfr

Das Muster gibt es auch in Deutschland. Der Skandal um den Eiskunstläufer Karol Fajfr ging in den 90er Jahren durch die Medien.

Im Jahr 2014 berichtete der FOCUS: Eiskunstlauf-Trainer darf nicht mit nach Sotschi   

Karel Fajfr war in Anfang der 80er Jahre als Trainer sehr erfolgreich – vor allem im Paarlaufen. Seine „Schützlinge“ – Tina Riegel/Andreas Nischwitz – führte er zu Medaillen. Aber Tina Riegel stieg damals schon nach einer Saison verletzungsbedingt aus. Erst später wurde klar, dass es nicht nur die Sportverletzungen waren, sondern die Brutalitäten, Demütigungen und widerlichen Beschimpfungen, die sie nicht länger ertragen konnte.

Nur die Mädchen waren seine Opfer

Karel Fajfr arbeitete sich dabei immer nur an den Mädchen ab, er schonte die Jungen und machte sie eher zu Komplizen seines widerwärtigen Treibens. Andreas Nischwitz hat später einmal gesagt, es tue ihm sehr leid, dass er damals nichts gesagt hätte.

Im Griff des Trainer – der Titel eines ZEIT-Beitrages

Bis eine von ihnen – Nadine P. – ihn anzeigte.

„Er hat seinen Arm um mich gelegt und mir erzählt, wie es früher zwischen ihm und den Mädchen war. Und daß ich jetzt einen Vorteil gegenüber anderen hätte, den ich nutzen solle. „Sie habe sich nicht gewehrt, als er ihr T-Shirt auszog und sie streichelte und versuchte, mit der Hand in die Hose zu fassen. Er habe gefragt, ob er mit ihr schlafen dürfe. Sie wollte nicht. „Dann warten wir eben noch“, soll der 52jährige Karel Fajfr geäußert haben. Die Grabschereien durch den Trainer des Stuttgarter Eislauf-Vereins tus-Waldau seien weitergegangen, zehn Tage lang.

Sie hat sich nicht gewehrt

 Dass sie sich nicht gewehrt hat, machte der Verteidiger Fajfrs geltend, als mildernden Aspekt. Sie habe auf die Frage, ob ihr „das“ etwas ausmache, nichts gesagt.  „Ist das Unrecht dadurch geschmälert, daß Nadine P. die Fragen ihres Trainers, ob die sexuellen Annäherungen „ihr etwas ausmachten“, verneinte und auf die Frage, ob „ihr das Spaß mache“, mit Ja antwortete? Aber, ergänzt die junge Frau vor Gericht: „Wenn er mich angefaßt hat, bin ich ganz steif geworden. Ich habe gar nichts gemacht. Weil ich Angst hatte, daß er mich anschreit oder schlägt. Wenn er fertig war, habe ich mein T-Shirt wieder angezogen und bin ins Bad gegangen.“ So berichtet die ZEIT.  

Öffentlich äußerte Fajfr beim Training gegenüber den Jungen: Sie muss mal wieder ordentlich durchgefickt werden, wenn ihre Leistungen ihm nicht gefielen.

Patricia J. deren Vater ein Freund von Fajfr war, erklärte vor Gericht: „Er hat meine Kindheit zerstört, aber nicht mein Leben. Sie war die erste Zeugin gegen Fajfr.

Im Alter von zehn Jahren kam sie zu ihm. Ihr Vater selbst hatte sie dem „Meistermacher“  mit den Worten überstellt:  „Tritt sie in den Arsch, wenn sie nicht spurt. Mach mit ihr, was du willst!“ heißt es in dem Bericht:

Und über Patricia J. heißt es: „Sie hat sich nie beklagt. Nicht, wenn ihr Trainer sie wieder einmal in die Umkleidekabine zerrte und prügelte, nicht, wenn Fajfr ihr in einem Trainingslager das T-Shirt vom Leib riß. Noch nicht einmal, als der sadistische „Meistermacher“ sie an die Bande der Eisbahn drückte und die feixend herumstehenden Eislaufknaben aufforderte, ihr entblößtes Gesäß „von hinten zu nehmen“.

Und das alles will der Verband nicht wahrgenommen haben? Unglaublich, unglaubwürdig. Dabei gab es bereits Beschwerden vom Kinderschutzbund.

Fajfr hat die Mädchen gedemütigt, misshandelt und konnte damit unverdrossen fortfahren, weil auch die Funktionäre ihn gewähren ließen, weil die Mädchen dachten, am Ende gehöre das eben zur Härte der Ausbildung, weil die Eltern wollten, dass ihre Kinder Erfolg haben. Fajfr hatte Dinge drauf, die man sich heute nicht vorstellen mag, aber die – wenn eine Betroffene sie ans Licht brächte – genauso angezweifelt würden mit der Forderung nach Belegen und Beweisen.

Lächerliche Strafen

Die Strafen für Karoly waren damals lächerlich gering. Eine Geld- und eine Bewährungsstrafe.

Das Klima, in dem Missbräuche und Misshandlungen sich abspielen, ist immer ähnlich. Es geht um Machtverhältnisse, es geht um den Weg nach oben, um Grenzüberschreitungen auf dem Weg zum Erfolg.

Tja und die Sportreportagen in den 80er Jahren? Die beschäftigten sich lieber mit der ach so bösen Jutta Seifert in Karl Marx Stadt und deren erfolgreichen Schützlingen.

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„Timesup“ – geht über Hollywood hinaus

Die Initiatorinnen von #MeToo haben sich über ihre Kreise – die der prominenten Hollywood-Aktivistinnen hinaus – mit allen Frauen solidarisiert. Das ist ermutigend.

Der #MeToo Bewegung wurde immer – besonders hier in Deutschland – vorgeworfen, sie sei im Grunde ja nur das Sprachrohr einer abgehobenen Schicht, kümmere sich nicht um das Los der Frauen, die unter prekären Verhältnissen arbeiteten und lebten und auch dort Übergriffen ausgesetzt seien. Immer wieder gab es die anklagende Nachfrage, welche der engagierten Frauen kümmere sich schon um die Frauen an den Supermarktkassen, die wenig verdienten und deren Arbeitsverhältnisse nicht die besten seien . Der Vorwurf kam übrigens oft von Männern, die sich allerdings darum auch weniger kümmerten, sondern nur die Aktivitäsen der Frauen wohlmeinend lenken und auch ablenken wollten.

Mit der Gründung der Initiative „Timesup“ erweiterten die Frauen in Hollywood ihr Anliegen, sie griffen die solidarischen Botschaften jener Frauen auf, die sie von überall erreichten.

In den USA-Medien meldeten sich Frauen zu Wort, die – abseits von „Glanz und Glamour“ – unter erschwerten Arbeits- und Lebensbedingungen klarkommen müssen.

Die „Timesup“ Bewegung sieht sich in der Verpflichtung , vom reinen Anklagen und Aussprechen zum Handeln zu kommen. Sie gründeten einen Fonds, der die juristische Verteidigung von Frauen finanziert. Sie fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit für Männer und Frauen und – wie überall – mehr Frauen in Führungspositionen.

Über 300 Frauen haben sich zusammengeschlossen. Prominente Namen sind zu finden.

Edition F zitiert die Botschaft der Initiatorinnen:

„Die Zeit von sexualisierten Überfällen, Belästigung

und der Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz ist vorbei.

Es ist an der Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.”

Solidarität ist nie eine Einbahnstraße. Die Frauen in Hollywood haben frühzeitig auch Solidarität von den Frauen erfahren, die sie jetzt mit ihrer Initiative unterstützen werden.

https://www.instagram.com/timesupnow/

Die hierzulande geführten Debatten, die unbedingt davon abraten, sich den Fragen von Geschlechtergerechtigkeit und generell dem Kampf um Gerechtigkeit für Minderheiten zuzuwenden, weil dies vom „wirklichen“ Kampf ablenke und dem Neoliberalismus „Spaltmaterial“ liefere, machen deutlich, wer da wirklich spalten will. Die emanzipatorischen Bewegungen der Gegenwart sollten gebündelt werden, statt sie als Hindernis in einem Kampf zu denunzieren, der – mal wieder – eher um männliche Vorherrschaft und Definitionsmacht geht. In den USA ist der Funke übergesprungen. Das ist gut so und sehr ermutigend.

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Historie und Kerygma

Es gibt theologische Konstruktionen, die man frohen Herzens auch für  die Erklärung der Phänomene in der säkularen Welt verwenden kann. Z. B. das pfiffige Ding mit der Historie und dem Kerygma.

Es ist so: Die Figur des Jesus von Nazareth

zerfällt in zwei Bestandteile – mindestens

Der  erste Bestandteil, das ist jener Jesus, der als Sohn von Maria und Josef in Nazareth geboren ist. Die Existenz dieses Mannes ist historisch belegt. Das ist der historische Jesus, dessen Lebensweg verfolgt und kritisch erforscht wird.

Der andere Jesus-Bestandteil ist das, was über ihn so erzählt wird. Darüber, was er so alles gesagt und getan hat. Das muss der oder die Gläubige nicht für wahr halten, aber es ist von Belang wenn die Gläubigen bei Laune gehalten werden sollen.

Alles, was man – zwecks Legitimierung von Glaubensregeln und – sätzen – in Jesus‘ Mund gelegt hat, das ist halt der kerygmatische Jesus – der Jesus der Verkündigung. Und es wurde eine Menge über ihn so erzählt von vielen vielen historischen Überlieferern

Für moderne Zeiten könnte man auch sagen:

Es gibt Jesus und es gibt das Jesus-Narrativ

Diese nützliche theologische Konstruktion sollte man tatsächlich nicht den Theologen allein überlassen.

Eigentlich gibts diese doppelte Sichtweise sowieso für jeden Menschen, der irgendwie in Erscheinung tritt.  Nicht nur alle bedeutenden Menschen  – Politiker, Künstler oder berühmte Wissenschaftler – haben eine historische und eine kerygmatische Gestalt. Bei Politikern kann man zusehen, wie die aktuelle konkrete Figur fast täglich ins kerygmatische gewandelt wird. Die Medien tun da ’ne Menge hinzu. Aber, auch die ganz normalen Leute, Menschen wie Du und ich. haben so eine konkrete  und eine verkündete Gestalt. Heutzutage – auch das eine Folge der medialen Entwicklung – legen viele Wert auf das, was über sie „verkündet“ wird. Die Überlieferung heißt „facebook“ oder „Blog“ und so weiter.

Super. Mir fiel – bei  meinem Hang ins Triviale – auch gleich der Text eines alten Lobo-Songs ein:

Why does everyone have

more than one face

Und das bedeutet, meine reale, also „zeit“historische Existenz differiert ein bisschen von dem, was über mich verkündet wird. Glaubt es mir einfach. Und das, was ich über mich verkünde, das ist dann schon wieder was anderes.

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Bitte durchlüften

Eine prima Analyse der gegenwärtigen Verhältnisse, die mich aber trotzdem nicht zu arg pessimistisch stimmt. Es ist Wandel und das ist immer gut.

Die Ausrufer

Post-Jamaika ist Ergebnis und Prüfstand des deutschen Konservatismus. Dafür sollte er geradestehen.

Der Spin war schon Montagmorgen zu lesen. Da wurde das alte Motto der SPD ausgegraben „Erst das Land, dann die Partei“. An gleicher Stelle („Die Lage“, SPON) schrieb Christiane Hoffmann gestern in der Früh abermals im Indikativ, dass die SPD „sich doch auf eine Große Koalition einlassen muss“. Kein Wunder, dass Wolfgang Kubicki für die Verhandlungsabbrecherin FDP völlig ungeniert damit schwadronieren konnte: „Wenn es zu Neuwahlen kommt, sind Sozialdemokraten daran Schuld“. Oder n-tv etwas von „Staatsräson und Verantwortungsbewusstsein“ schwafelte, denen sich die SPD entziehen würde.

Größter Verlierer dieser Wahlen und damit verantwortlich für die Situation ist aber der deutsche sog. Konservatismus. Mindestens fünf Mal hat Angela Merkel mit Regierungsbeschlüssen sogenannte klassische Positionen der Unionsparteien abgeräumt: Atomausstieg (nach Fukushima), Ende der Wehrpflicht, Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem, Frauenquote in…

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