Auf den Spuren bedeutender Frauen in Pankow

Historische Stadtgänge sind eine schöne Tradition. Sören Benn (Linke),  Bezirksbürgermeister von Pankow,  pflegt sie und schafft so Kontinuität. In diesen Tagen war unsere AG Spurensuche beim Frauenbeirat Pankow gefragt.  „Auf den Spuren berühmter Frauen in Pankow“ lautete das Motto des Kiezspazierganges. Wir hatten die Vorbereitung, Auswahl und Route in die Hände genommen.  „Berühmt“ im landläufigen Sinne sind die meisten Frauen nicht, an deren Arbeit und Wirken mit Gedenktafeln an verschiedenen Häusern des Bezirks erinnert wird.  Aber, Dank der 3 Bände „Spurensuche“, die in der Regie des Pankower Frauenbeirates entstanden sind, werden sie bekannter.

Zahlreiche Teilnehmer*innen am Treffpunkt Rathaus

Als ich mich dem Treffpunkt Rathaus näherte, war ich ziemlich verblüfft, wie viele Leute sich eingefunden hatten. Unter ihnen auch bekannte Vertreter des Bezirksparlaments wie Tina Pfaff – Vorsitzende des Ausschuss für Gleichstellung und Gender Mainstreaming und natürlich Mitglied des Frauenbeirates.

Eröffnung Sören Benn

Gleichstellungsbeauftragte Heike Gerstenberger begrüßte die zahlreichen Teilnehmer. Neben ihr: Bezirksbürgermeister Sören Benn

 

Martha Wygodzinski (1869 bis 1943)

Unsere erste Station war das Haus in der Neuen  Schönholzer Straße 13 vor der Gedenktafel für Marta Wygodzinski. Nein, sie ist  nicht „berühmt“,  sie war eine engagierte und couragierte Kämpferin für die Nöte obdachloser lediger Mütter und ihrer Kinder.

„Es gibt nur eine Moral, sie ist die Gleiche für beide Geschlechter“ steht als Motto über der Gedenktafel, die sowohl auf die politische  als auch soziale Tätigkeit der jüdischen Ärztin, die man auch „Engel der Armen“ nannte, verweist. Im jetzt sanierten Haus fanden Frauen, die in höchst prekären und schwierigen Situationen lebten,  seit 1911 eine Unterkunft.  Ein Mieter der Gegenwart beschwerte sich übrigens lautstark über den Lärm vorm Haus, der aber nur 10 Minuten dauerte, denn wir hatten ein enges Programm geplant.

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Susanne Bach berichtet über das Wirken der Ärztin Martha Wygodzinski vor der Gedenktafel in der Neuen Schönholzer Straße

Das Frauenzentrum „Paula Panke“

Astrid Landero begrüßt bei Paula Panke
Vor dem Frauenzentrum Paula Panke informierte Astrid Landero, langjährige Leiterin des Projektes, über seine Arbeit und sein Engagement

Seit einigen Monaten ist Paula Panke im Visier der AfD.  Ein am 1. Mai inszeniertes AfD-Stadtfest auf dem Gelände des Bleichröder Parks in der Nähe von Paula Panke hatte Proteste hervorgerufen. Und weil das Frauenprojekt seine Tür für Teilnehmer am Protest geöffnet hatte, gab es ziemliche Drohungen. „Der Tag wird kommen, an dem wir diesen ganzen ökokommunistischen Sumpf trockenlegen“ hieß es drohend auf der Website der AfD. Der Frauenbeirat hat seine Solidarität bekundet und – auch aus diesem Grund-  war Paula Panke eine Station auf unserem Gang durch den Pankower Kiez.

Anna Maria Tobis (1888 – 1944)

Anna Maria Tobis
Susanne Bach erinnerte an die Kinderkrankenschwester Anna Maria Tobis, die in der ehemaligen Geburtsklinik   in der Breiten Straße arbeitete und bei einem Bombenangriff ums Leben kam

Dr. Ursula Katzenstein (1916 – 1998)

Dr. Ursula Katzensteins Verdienste um  die Etablierung der Ergotherapie in der DDR und ihr dramatisches,  wechselvolles Leben wurden den Zuhörerinnen und Zuhörern nahe gebracht.

Vor Ursula Katzensteins Gedenktafel
 Karin Schulz (ganz links ) während ihres Vortrages vor dem Haus in der Kavalierstraße

Vor einem Jahr schon wurde die Gedenktafel für Dr. Ursula P. Katzenstein enthüllt.

Paula Dehmel (1862-1918)

Heike vor Paula Dehmel
Heike Gerstenberger vor dem Haus von Paula Dehmel in der Parkstraße 56

Paula Dehmel, lange Zeit verheiratet mit dem Dichter Richard Dehmel,  lebte eine ganze Weile in Pankow.Ihre Kinderlieder und -gedichte sind heute noch im Repertoire von Kindergärten oder Kinderzimmern zu finden. „Leise Peterle leise“ singen auch heute noch die Kinder und einige der Fitzebutze-Gedichte erheitern ebenfalls.

Elisabeth Christine von

Braunschweig Bevern  (1715 – 1797) 

Elisabeth Christine, die unglückliche, aber loyale Gemahlin Friedrichs des Großen lebte lange Jahre im Schloss Schönhausen, vor dessen Toren die kleine Reise durch den Kiez ihr Ende fand.

Vor Schloss Schönhausen
Trotz eines kleinen Regenschauers fanden sich am Ende der Tour untern einem Baum vor dem Schloss Schönhausen doch viele Zuhörerinnen und Zuhörer ein. Das Leben von Elisabeth Christine von Braunschweig Bevern setzte den Schlusspunkt, den ich gestalten durfte

Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, signalisierten uns die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.  Und auch Bände der „Spurensuche“ haben wir unter die Leute gebracht.

Am 20. Oktober 2018,  wird ein Rundgang über den Friedhof St. Marien und St. Nicolai stattfinden.   Treffpunkt: 14 Uhr Prenzlauer Allee/Ecke Mollstraße

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