„Timesup“ – geht über Hollywood hinaus

Die Initiatorinnen von #MeToo haben sich über ihre Kreise – die der prominenten Hollywood-Aktivistinnen hinaus – mit allen Frauen solidarisiert. Das ist ermutigend.

Der #MeToo Bewegung wurde immer – besonders hier in Deutschland – vorgeworfen, sie sei im Grunde ja nur das Sprachrohr einer abgehobenen Schicht, kümmere sich nicht um das Los der Frauen, die unter prekären Verhältnissen arbeiteten und lebten und auch dort Übergriffen ausgesetzt seien. Immer wieder gab es die anklagende Nachfrage, welche der engagierten Frauen kümmere sich schon um die Frauen an den Supermarktkassen, die wenig verdienten und deren Arbeitsverhältnisse nicht die besten seien . Der Vorwurf kam übrigens oft von Männern, die sich allerdings darum auch weniger kümmerten, sondern nur die Aktivitäsen der Frauen wohlmeinend lenken und auch ablenken wollten.

Mit der Gründung der Initiative „Timesup“ erweiterten die Frauen in Hollywood ihr Anliegen, sie griffen die solidarischen Botschaften jener Frauen auf, die sie von überall erreichten.

In den USA-Medien meldeten sich Frauen zu Wort, die – abseits von „Glanz und Glamour“ – unter erschwerten Arbeits- und Lebensbedingungen klarkommen müssen.

Die „Timesup“ Bewegung sieht sich in der Verpflichtung , vom reinen Anklagen und Aussprechen zum Handeln zu kommen. Sie gründeten einen Fonds, der die juristische Verteidigung von Frauen finanziert. Sie fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit für Männer und Frauen und – wie überall – mehr Frauen in Führungspositionen.

Über 300 Frauen haben sich zusammengeschlossen. Prominente Namen sind zu finden.

Edition F zitiert die Botschaft der Initiatorinnen:

„Die Zeit von sexualisierten Überfällen, Belästigung

und der Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz ist vorbei.

Es ist an der Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.”

Solidarität ist nie eine Einbahnstraße. Die Frauen in Hollywood haben frühzeitig auch Solidarität von den Frauen erfahren, die sie jetzt mit ihrer Initiative unterstützen werden.

https://www.instagram.com/timesupnow/

Die hierzulande geführten Debatten, die unbedingt davon abraten, sich den Fragen von Geschlechtergerechtigkeit und generell dem Kampf um Gerechtigkeit für Minderheiten zuzuwenden, weil dies vom „wirklichen“ Kampf ablenke und dem Neoliberalismus „Spaltmaterial“ liefere, machen deutlich, wer da wirklich spalten will. Die emanzipatorischen Bewegungen der Gegenwart sollten gebündelt werden, statt sie als Hindernis in einem Kampf zu denunzieren, der – mal wieder – eher um männliche Vorherrschaft und Definitionsmacht geht. In den USA ist der Funke übergesprungen. Das ist gut so und sehr ermutigend.

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Eine Antwort zu „Timesup“ – geht über Hollywood hinaus

  1. liber8helvetia schreibt:

    Genau dies hatte ich den Promis angekreidet, keine Website oder desgleichen auf die Beine zu stellen, welche den weniger Betuchten Hilfe leisten könnte. Nun wende ich mich einer Ecke zu und schäme mich für eine Weile.

    Liken

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